Schüler der 5. Klasse arbeiten im Lernatelier

Karlschule informiert über Gemeinschaftsschule

Pressestelle der Karlschule informiert: Gemeinschaftsschule als anzustrebende Schulform

Der Begriff der Gemeinschaftsschule wirft viele Fragen auf: Was genau bedeutet er? Welche konkreten unterrichtlichen Umsetzungsbeispiele werden bereits in der Rastatter Bildungseinrichtung praktiziert? Und vor allem: Welche Neuerungen ergeben sich durch den Schulformwechsel?

Gemeinsam lernen, Individualisierung und Vielfalt als Chance sind einige Schlagworte, die hinter der Konzeption stehen. Wesentlicher Unterschied zu traditionellen Schulformen ist, dass sowohl Haupt-, Realschulabschluss als auch Abitur an einer Schule für alle umgesetzt werden. Gemeinsames Unterrichten aller Kinder wird im Rahmen des Konzepts ermöglicht. Der Druck über die frühe Entscheidung, welcher Bildungsabschluss angestrebt werden soll, wird genommen: Im Laufe der Lernentwicklung sind alle Abschlüsse möglich. Die Kinder arbeiten in ihrem eigenen Lerntempo auf ihrem Leistungsniveau im jeweiligen Fachbereich. So ist es beispielsweise möglich, dass ein Schüler mit besonders guten sprachlichen Fähigkeiten auf dem erweiterten Niveau arbeitet, was dem gymnasialen Niveau entspricht, aber in anderen Fachbereichen, in denen es Förderbedarf hat, auf mittlerem oder grundlegendem Niveau, entsprechend des Haupt-oder Werkrealschulabschlusses, arbeitet.

Grundsätzlich liegen vorrangig für die Hauptfächer Deutsch, Mathematik und Englisch Arbeitsmaterialien in den drei Niveaustufen – GME – grundlegendes, mittleres und erweitertes Niveau vor. So kann jedes Kind entsprechend seiner Begabung und seines Leistungsstands gezielt gefördert werden. Diversität und Heterogenität werden als Chance begriffen, Unterschiede befruchten das gemeinsame Lernen und tragen dazu bei, dass schwächere von stärkeren Schülern profitieren – und natürlich auch umgekehrt. In einem fundierten pädagogischen Konzept sind die Vorteile des profitablen Wechselspiels bereits von der Karlschule verabschiedet worden. Auch bezüglich der traditionellen Hausaufgabengebung gibt es Neuerungen: Im Rahmen der Ganztagsschule gibt es keine solchen mehr. Die Schüler üben, wiederholen und vertiefen den Unterrichtsstoff anhand eines Wochenplanes, den sie während der Schulzeit abarbeiten. Das pädagogisch geschulte Personal betreut und unterstützt die Schüler auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit – denn auch Lernfortschritt, Schwierigkeitsgrad und Feedback bezüglich der Aufgabenstellung und Erarbeitung werden durch die Kinder dokumentiert. Dies trägt dazu bei, dass die Schüler Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess übernehmen und nachhaltig lernen – Schritt für Schritt und in ihrem Tempo.

Traditioneller Unterricht wechselt sich mit individualisierten Lernphasen und gemeinsamem Lernen ab, was auch durch die Schaffung einer neuen, fundierten Raumkonzeption ermöglicht wird. Lernateliers mit differenzierten Materialien werden geboten, die Aufbrechung und Öffnung der Räumlichkeiten weicht dem klassischen Unterricht innerhalb desselben Klassenraums. Die Leistungsdokumentation erfolgt nun nicht mehr anhand von Zeugnissen, sondern anhand von Berichten über die Lernentwicklung. Noten erhalten Schüler und Eltern auf Nachfrage und bei ihrem jeweiligen Abschluss. Zukünftig wird die Elternschaft enger in den Lern- und Leistungserfolg ihrer Kinder eingebunden: Regelmäßige Coachinggespräche finden zwischen den Lernbegleitern, Coaches, Eltern und den Schülern statt. Eine positive Feedbackkultur sorgt für mehr Transparenz und höhere Informationsdichte. Anzumerken ist, dass die Begrifflichkeit des Lernbegleiters an die Stelle des Lehrers tritt. Die Schule für alle ist fortschrittlich und maximal den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Kinder angepasst und Rechnung tragend: „Andersartigkeit als Chance“lautet die Devise.

(Text: M. Lehn)

Über die Karlschule

Die Karlschule

Wir sind eine Grund- mit Werkrealschule und Ganztagsbetrieb. Seit Februar 2017 ist es sicher: Die Karlschule hat die Genehmigung bekommen und darf ab dem Schuljahr 2017/2018 offiziell mit der neuen Schulform "Gemeinschaftsschule" starten!