Individuell und selbstständig lernen - Karlschüler absolvieren Projektprüfung im Rahmen ihres Werkrealschulabschlusses

Von Kampfsport über Walt Disney, Großbritannien über Rumänien und der Bedeutung von Bienen reichte die abwechslungsreiche Palette von Inhalten, die die neunten Klassen der Rastatter Schule über Wochen für ihre Abschlussprüfung vorbereiteten.

Zu Beginn der Orientierungsphase schlossen sich die Schüler in Gruppen von maximal fünf Teilnehmern zusammen. Nach der ersten Besprechung mit dem Projektbetreuer, einer Lehrkraft, fanden ein erstes Feedback, Reflexion und Optimierung der Inhalte statt. In regelmäßigen Abständen traf sich Prüfungsleiter Oliver Schindele, Klassenlehrer der 9a mit den Schülern, um maximale Beratung gewährleisten zu können.

Neben den Beratungsgesprächen boten Themenfindung, Planung und Durchführung des Projekts zahlreiche Chancen, um in seinem eigenen Lerntempo gezielt arbeiten zu können.

Der erste Schritt Richtung Gemeinschaftsschule ist gemacht, was sich nicht zuletzt in den neuen Lernwegen, Methodik und Didaktik der Karlschule zeigt. Die Projektprüfung ist ein Beispiel dafür, wie eigenständiges Lernen aussehen kann: Selbstständige Themenfindung und individuelle Zeitplanung im Vorbereitungszeitraum und dem Projektverlauf bedeuteten Eigenverantwortung innerhalb des gesamten Prozesses. Im Verlauf der Recherche- und Erarbeitungsphase konnte jeder Schüler seine eigenen Stärken und Fähigkeiten in die Gruppe einbringen. Da im Rahmen der Benotung der Projektprüfung auch der Prozess mitbewertet wurde, beobachteten die Lehrer währenddessen auch soziale, kommunikative und problemlösende Verhaltensweisen, um eine umfassende Erhebung bezüglich der individuellen Leistungen machen zu können. Auch über die Methodenwahl für die Präsentationen verfügte und entschied eine Gruppe selbst: Von Ausstellungen, Powerpointpräsentationen, Anschauungsobjekten oder sogar Wandzeitungen waren die Möglichkeiten vielfältig. Zudem gliederte ein Tagesplan den zeitlichen und inhaltlichen Ablauf über die Vorgehensweise des jeweiligen Projektvorbereitungstages, welcher von den Schülern eigens strukturiert wurde.

Die wochenlange, intensive Planung mündete in 75-minütigen Präsentationen, die die Karlschüler vergangene Woche hielten und einen wesentlichen Baustein bei der Gewichtung ihrer Werkrealschulabschlüsse darstellen.

,,Das freie Lernen bietet viele Chancen. So können die Schüler in einem bestimmten Zeitraum selbstbestimmt arbeiten. Mit auftretenden Lernschwierigkeiten umzugehen ist ein Lernziel und auch Chance unserer zukünftigen Schulform zugleich“, so Helene Rohrer, Prüferin, Protokollantin und Lehrerin der neunten Klasse. Derzeit kann davon ausgegangen werden, dass etwa siebzig Prozent aller Abschlussabsolventen am Schuljahresende an der Karlschule bleiben, um den nächsthöheren Bildungsabschluss anzustreben.

(Text: M. Lehn; Foto: S. Spohn)

Über die Karlschule

Die Karlschule

Wir sind eine Grund- mit Werkrealschule und Ganztagsbetrieb. Seit Februar 2017 ist es sicher: Die Karlschule hat die Genehmigung bekommen und darf ab dem Schuljahr 2017/2018 offiziell mit der neuen Schulform "Gemeinschaftsschule" starten!